Auch wieder in Wiesbaden:
Der Bildungsstreik

Es steht fest: Auch in Wiesbaden gibt es am Mittwoch, 9. Juni eine große Bildungsstreik-Demo!

Schreibt es euch jetzt schon groß in den Terminkalender: Start für alle ist 11.30 Uhr am Hauptbahnhof Wiesbaden! Die Studis treffen sich vorher schon um 10 Uhr zur Vollversammlung auf dem Campus Kurt-Schuhmacher-Ring (genauer Ort wird noch bekannt gegeben).

Bereits ab 11 Uhr ist Treffen auf Vorplatz des Hauptbahnhofs.

Und jetzt müsst ihr mitmachen: Erzählt allen euren Freundinnen und Freunden von dem Streik, kommt zur Demo …und, wenn ihr wollt: Macht mit! Bildungsstreik ist das, was ihr drauß macht — je mehr Menschen mitmachen, umso geiler wird’s! Ihr könnt beim Verteiler der Flyer helfen, Schilder für die Demo malen, etc. Meldet euch einfach bei uns: Kontakt.

Mehr Infos und alle Details gibt’s bald hier auf der Homepage.


1 Antwort auf „Auch wieder in Wiesbaden:
Der Bildungsstreik“


  1. 1 Knut 08. Juni 2010 um 16:24 Uhr

    Hier der Aufruf der antifaschistischen Jugendgruppe Wiesbaden

    Freie Bildung, gutes Leben – kann’s nur ohne Deutschland geben!

    Schule nervt!
    Es ist gut und richtig, dass Schüler_Innen, allen voran das Bildungsbündnis Wiesbaden/Rheingau-Taunus, am 9. Juni wieder auf die Strasse gehen und Schulstreiken. Denn eine Kritik an Kontrolle, Konkurrenz, Zwang, Sanktionierung nonkonformen Verhaltens, Autoritarismus, Leistungszwang, sozialer Selektion und vorgesetzten Inhalten, also alle dem was Schule – die nur partiell Wert auf kritische Bildung, Vernunft und Humanismus legt und vielmehr versucht Formulierungen und Diskussionen von gesellschaftlichen Perspektiven, die über das Bestehende hinausreichen, zu vermeiden – ausmacht, ist zu begrüßen. Dass Schule so ist, wie sie ist, da wir in einer bürgerlich-kapitalistisch verfassten Gesellschaft leben, blenden die Bildungsstreikenden jedoch völlig aus. Eine Kritik an Schule oder Uni darf diesen gesellschaftlichen Kontext allerdings nicht verkennen und hat darzulegen, dass auch Schule, wie fast jeder Lebensbereich im Kapitalismus, vom Prinzip der maximalen ökonomischen Verwertung durchzogen ist – und sich somit nicht nach den Bedürfnissen der Menschen richtet.

    Der Staat und die Schule
    Ein gutes Leben und eine gute Bildung gilt es sich gegen den Staat zu erkämpfen – und nicht, wie von den meisten Bildungsstreikenden propagiert, vom Staat zu erbetteln. Denn der Staat kann es nicht sein, der Forderungen wie „Stoppt den Einfluss der Wirtschaft auf die Bildung!“, nachkommt. Dieser hat schließlich ein Interesse daran, dass seine Ökonomie produktiv ist, so viele Menschen wie möglich lohnarbeiten und Kapital maximal verwertet wird, denn dies ist seine Existenzbasis. Nur so kann er sich per Steuern finanzieren und in der globalen Konkurrenz der Nationalstaaten ökonomisch und geopolitisch bestehen.
    Damit dies gelingt, bildet er an seinen Bildungsinstitutionen Menschen für die Lohnarbeit aus. Dabei sollen möglichst kapitalproduktive, funktionierende und staatsloyale Arbeitskraftmonaden heraus kommen – dies ist die Basisfunktion der Schule und da macht es auch keinen Unterschied, welches Staatspersonal gerade regiert.
    Wenn nun die Bildungsstreikenden die Ökonomisierung der Schulen und Unis kritisieren und sagen, dass die Bildung inzwischen zu einer Ware verkommen sei, verkennen sie diese immer vorhandene Funktion der Schule. Dem Gewaltmonopolisten geht es vor allem um die Produktion von Menschenmaterial, das es auf dem Markt zu vernutzen gilt. Insbesondere in Deutschland, das keine Rohstoffe besitzt, ist das Humankapital von besonderer Bedeutung.

    Für etwas Besseres als ein Leben im falschen Ganzen!
    Wir hingegen wollen nach der Schule nicht dazu gezwungen sein, bis zur Rente unsere Arbeitskraft für Deutschland und seine Position in der globalen Staatenkonkurrenz zu verkaufen und das dann auch noch für einen beschissenen Lohn – individuelles Glück und Freiheit sehen anders aus.
    Wenn nun also beim Bildungsstreik Reformen und eine bessere und nicht eine andere Bildung gefordert werden, ist das nur im Interesse des Staates, seiner nationalistischen Standortlogik und der Unternehmen. Dabei sollte es doch darum gehen, für eine freie und kritische Bildung, zu der alle Menschen Zugang haben, einzustehen und dabei auch zu benennen, dass es diese nur ohne staatliche Herrschaft, dem kapitalistischen Verwertungsdiktat und dem Zwang zur Lohnarbeit, die durch die Technisierung der Produktionsmittel längst schon überflüssig geworden ist, geben kann. Unsere Kritik geht weit über das Bildungssystem hinaus. Das Ziel einer emanzipatorischen Gesellschaftskritik kann nur eine Gesellschaft, in der alle Menschen Zugang zum materiellen Reichtum haben und nach ihren Bedürfnissen – und nicht nach Kriterien der maximalen Kapitalverwertung – produziert wird, sein.

    Deshalb: Kapitalismus abschaffen! Für eine befreite Gesellschaft!
    Antifaschistische Jugendgruppe Wiesbaden
    Web: http//:ajwbn.blogsport.de

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